Du hast es kommen sehen!

Du hast die Änderungen schon kommen sehen!

Trotzdem.

Jetzt wo die Informationen da sind, ganz klar, macht das etwas mit dir!

Was geht dir durch den Kopf?

  • Das jetzt auch noch!
  • Um Gottes Willen! Wie soll ich das nur schaffen?
  • „Ich hab’s kommen sehen. Es ist auch ok so. Aber leicht ist es nicht! Gut, ich hab eh einen Plan …“
  • „Spinnen die?! Wie stellen sie sich das vor? Das geht doch nicht!!!“
  • „Was soll noch alles gehen, … wieviel Druck wollen die noch machen?“
  • „Ich weiß, auf was ich mich eingelassen habe, aber jetzt ist alles anders …“

 

Änderungen wirken!

Sobald sich etwas im Rahmen ändert, macht das verständlicherweise etwas mit dem Inneren des Rahmens, den Mitarbeitenden.

Was sind die Fakten?

Sobald du einen Arbeitsvertrag unterschrieben hast, bedeutet das, dass du innerhalb eines Rahmens mitarbeitest. Die Rahmenbedingungen hast du nicht in der Hand! Sie werden von anderen bestimmt.

 

Diese sind zum einen die Vorgaben des Unternehmens und der Geschäftsführung.
Wobei auch diese nicht im luftleeren Raum schweben, sondern ihrerseits abhängig sein können – je nach Unternehmen – von den Eigentümern, der Politik und anderen Einflüssen.

Des Weiteren zählen sämtliche Rechte, die auf dich und deine Arbeit einwirken zum nicht veränderbaren Rahmen, wie das Arbeitsrecht und alle sonstigen Rechte, die du berücksichtigen und einhalten musst.

Auch wenn es in manchen Unternehmen die Möglichkeit der individuellen Gehaltsverhandlungen gibt, so hast doch du es nicht in der Hand, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen und gestellt werden. Das betrifft auch weiteres verfügbares Personal, Gerätschaften, Materialien, …

Schließlich gibt es noch die vielen Schnittstellen: zu anderen Teams im gleichen Unternehmen, anderen Berufsgruppen, mit Kunden, mit Patienten, mit Lieferanten, …

 

Der Rahmen hat sich verändert?

  • Die Veränderung kann durch neue Vorgaben und Entscheidungen der Unternehmensleitung passieren.
  • Die Veränderung kann durch Änderungen in Rechtssachen entstehen.
  • Der finanzielle Rahmen kann sich ändern.
  • In der Kooperation mit anderen hat sich etwas geändert.

Alles, was im Außen geschieht, wie auch derzeit beispielsweise eine Pandemie wirkt auf Unternehmen und damit auf diesen Rahmen.

 

Veränderungen wirken.

Das Bild innerhalb des Rahmens, bei dem sich etwas verschoben hat, kann nicht gleichbleiben!

Jeder Wandel beinhaltet eine Chaosphase!

Der Druck steigt.

Nach und nach.

Vielleicht ist

  • der Zufluss vergrößert,
  • Personal abgebaut worden,
  • mehr Leistung ist erforderlich,
  • andere Leistung nötig, weil bei den Arbeitsbereichen ist etwas neu hinzu und/oder etwas anderes weggekommen ist
  • nun mehr zu beachten oder etwas gänzlich umzustellen.

 

Wie kannst du damit umgehen?

Wie könnt Ihr als Team damit umgehen?

Hier geht es mal um dich!

Auch wenn es manchmal anders scheint: Du hast die Wahl!

 

KAMPF UND GEGENDRUCK

Du kannst auf Gegendruck gehen. Dagegen kämpfen. Dich auflehnen. Argumente bringen.

„Das Problem ist …“

„Das geht nicht, weil …“

„Die werden schon noch sehen!!!“

„Wir lassen das mit uns nicht machen! ICH sicher nicht!“

Tatsache ist:

Wenn es um Entscheidungen geht, die du nicht in der Hand hast, wird sich dadurch nichts ändern.
Auch wenn du ganz viel Energie hineinsteckst und Gegendruck machst, versuchst zu bewegen, zu verändern.
So, wie du es für richtig hältst.

Du kannst vorpreschen, einmal so richtig deine Meinung sagen, alle Argumente bringen und es sogar richtig krachen lassen.

Das Ergebnis bei feststehenden Entscheidungen:

Du hast viel Energie verbraucht.

Überschreitest du im Eifer des Gefechts Grenzen, leiden die (Arbeits-) Beziehungen.

Ist dein Chef oder deine Chefin um ein gutes Gespräch mit dir bemüht und fragt dich nach deinen Vorschlägen? Dann kommt es auf dich an!

Hast du Vorschläge innerhalb des Rahmens? Eine gute Idee.

Betreffen deine Vorschläge die Rahmenbedingungen und ist deine Lösung mehr Personal, besseres Equipment, … bekommst du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein freundliches Nein. Oder ein genervtes.

Wenn du jetzt denkst, du wirst belächelt oder nicht ernst genommen, hast du ein weiteres Problem. Diese Gedanken bringen dich auf die Palme und fachen den Ärger an.

 

DICH „AUFHÄNGEN“

Du kannst „dich aufhängen“ an den Veränderungen. Dich aufregen. Ständig durch deinen Kopf jagen lassen, wie ungerecht, wie unmöglich, wie undurchdacht, wie … das alles ist. Dass Ihr gar nicht gesehen werdet, dass die ja gar nicht wissen, wie es hier an der Basis ist, dass die ja gar keine Vorstellung haben … und dann treffen sie solche Entscheidungen!!!

Tatsache ist:

Damit hängst du dich an Dingen auf, die du nicht in der Hand hast. Die du nicht ändern kannst!

Das Ergebnis:

Du ziehst dir selbst die Schlinge eng und enger.
Die Folge: Die Luft geht dir aus.
Die Energie geht dir aus.
Du bist zunehmend gereizt – was dann jene merken, die mit dir arbeiten und leben.

 

GEMEINSAMES „AUFHÄNGEN“ UND SICH AUSKOTZEN

Du kannst dich mit den anderen auf „ein Packl hauen“. Ihr könnt Euch gemeinsam so richtig auslassen. Über die Situation. Über die entscheidenden Personen. Wie arg sie sind, wie … (siehe oben). Wenn Ihr Euch „sympathisch zuhört“, also jeder aus seiner Sicht seinen Senf dazu gibt: „Das ist ja noch gar nichts! Wisst Ihr, was er / sie letztens gemacht hat …“

Tatsache ist:

10 Minuten Vollgas ärgern kostet gleich viel Energie wie 8 Stunden Arbeit. (Zitat Vera Birkenbihl)

Wenn Ihr Euch nach und nach ÜBER Situationen, Personen, Veränderungen, Anweisungen, … auslässt, äh auskotzt, dann verspürt ihr im ersten Moment wahrscheinlich Erleichterung. Ihr bekommt Verständnis, Mitgefühl.

Das Ergebnis:

Der Fokus ist nur mehr auf dem, was nicht klappt, was nicht funktioniert, was mühsam, ungerecht, … ist.  Alles andere wird gar nicht mehr gesehen oder hat keinen Wert mehr. Euch geht nach und nach der Saft aus, die Energie. Die fehlt euch dann beim Arbeiten, wenn Ihr müde seid. Genervt. Gereizt. Und: Es hat sich nichts gelöst! Alles bleibt, wie bisher, nur mit dem Unterschied, dass Ihr euch ausgekotzt habt.

IGNORIEREN

Du kannst dich auf stur stellen und einfach so weiter tun, als ob nichts wäre.

Was äußerlich cool wirkt, macht innerlich etwas mit dir: Er /Sie soll nur kommen. Du bist vorbereitet.

Tatsache ist:

Innerlich sind alle deine Alarmsignale an!
Und wenn jemand aus deinem Team etwas anders möchte, aufgrund der Änderungen, dann bist du entweder gleich auf 1000 – warum hält er nicht zu dir?
Zu Euch?
Oder du stellst dich auch da taub.

Das Ergebnis:

Du wirkst. Auf Euer Betriebsklima. Auf deine Kolleginnen und Kollegen.
Im negativen Sinne!
Zusammenarbeit mit dir macht keinen Spaß!

 

RESIGNIEREN

Du resignierst. Du kannst dich nicht mehr aufregen. Du willst dich nicht mehr aufregen. Du tust, was zu tun ist. Ob sinnvoll oder nicht. Es ist dir alles schon egal. Wenn du kündigen könntest, würdest du es tun. Aber jetzt? In diesen Zeiten? Das hältst du auch noch aus.

Tatsache ist:
Wenn du resignierst, geht es dir um SINN.

Das Ergebnis:
Dein Sinn bleibt leer. So fühlst du dich auch. Leer.
Dein Leben zieht dahin!

 

DEINE WAHL!

Ja, all das kannst du tun.

Gegen die Veränderung.

Doch, was bringt dir das?

Gedankenrodeos in der Arbeitszeit und schließlich auch in deiner Freizeit. Du kannst dich gar nicht mehr richtig erholen. Du bist müde, gereizt, energielos. Alles ist anstrengend. So mühsam. Konflikte, die auf diesem Boden mit Vorgesetzten oder KollegInnen oder anderen entstehen geistern durch deinen Kopf. Auch nachts. Vielleicht geht es soweit, dass du nicht mehr schlafen kannst.

Es fehlt dir an so gut wie allem.

Es fehlt dir an RUHE.

Es fehlt dir an ERHOLUNG.

Es fehlt dich an WERTSCHÄTZUNG.

Es fehlt dir an VERSTÄNDNIS und SINN.

Es fehlt dir an FREUDE.

Es fehlt dir an ERNST GENOMMEN WERDEN.

Es fehlt dir an SICHERHEIT.

Es fehlt dir an MITBESTIMMUNG – Gefragt werden. Und an SELBSTBESTIMMUNG.

 

STOPP

Jetzt stoppe mal hier und schätze:

Wie viel Zeit verbringst du mit den oben genannten Wahlmöglichkeiten?

Wie viel Zeit schenkst du diesen Gedanken und damit verbundenen Gefühlen?

 

 

Damit das klar ist:

Wir reden hier von Veränderung.

Wir reden hier von Lebenszeit.

Von deiner!

 

Dinge ändern sich.

Mal schleichend langsam. Mal unerwartet schnell.

So oder so: Tag für Tag, den wir auf unserem Lebensweg gehen, ändert sich etwas.

Die Frage lautet: Wie gehst du damit um?

Und wenn die Veränderung nicht von dir ausgeht: Was machst du / was macht Ihr daraus?

 

Kümmere dich nicht um Dinge, die du nicht verändern kannst!

Nutze deine Zeit für Dinge, die du in der Hand hast!

Wie?

 

Häng dich ab!

Hör auf, ÜBER Personen, Situationen und Dinge zu reden.

 

 

Arbeitest du mit anderen zusammen, die negativ in den Tag starten und sich und dich und alle anderen wie einem Sog nach unten ziehen?

Unterbrich gewaltfrei!

Stoppe sie!

 

Was du tun kannst:

Beschäftige dich mit den Fakten und mit dem, wo du und wo Ihr hinwollt!

  1. WAHRNEHMEN:

    Was sind die Fakten?
    Was weißt du gesichert?
    Was weißt du nicht?

    Hast du Verständnisfragen zur Faktenlage?
    Verständnisfragen zu den Änderungen?

    Unterscheide klar zwischen:
    Was hast du in der Hand und kannst du bestimmen?
    und:
    Was kannst du nicht beeinflussen?

 

    2. AKTZEPTANZ:

Die Dinge sind JETZT so, wie sie sind.
Es ist, wie es ist.
Ganz neutral.
Lass los!

 

  3. EMPATHIE, VERSTÄNDNIS:

Es kann sein, dass sich jetzt innerlich in dir gefühlsmäßig ganz viel abspielt.
Ja, es tut gut, das herauszulassen.
Es tut gut, jemanden zu haben, der dir jetzt einfach nur zuhört.
Empathisch zuhört.
Mitfühlend zuhört.
Ja, der Weg ist gerade anstrengend und beschwerlich. Und es wäre schön, mehr Leichtigkeit zu haben.

 

  4. KLARHEIT und RUHE:

Mitfühlend gehört werden oder dir selbst mitfühlend zuzuhören, verschafft dir Ruhe.
Nimm alle deine Gefühle wahr und ernst! Nimm sie als Wegweiser für das, was dir jetzt wichtig ist und was du wirklich brauchst!
Ist es FREUDE? WERTSCHÄTZUNG? SINN? ERHOLUNG? Etwas anderes?

Nutze die Sprache-verbindet Bedürfniskarten oder Re-Fokus, die gratis Bedürfnisapp als Unterstützung, um auf deine derzeit wichtigsten Bedürfnisse zu kommen!

   Was ist dir JETZT am wichtigsten?

Hast du das klar vor dir? Super!

Du brauchst nicht mehr gegen irgendetwas kämpfen! Du kümmerst dich also jetzt um das, was dir wichtig ist!

 

  5. SELBSTWIRKSAMKEIT:

Du überlegst jetzt, was du tun könntest, damit du bekommst, was du brauchst!
Schau dabei nicht nur auf deinen Arbeitsplatz und die Umgebung dort, suche in deinem gesamten Alltag nach Möglichkeiten, das zu füllen, was dir wirklich wichtig ist!

Hier ein paar Anregungen:

FREUDE: Was macht dir Freude? Was könntest du für mehr Freude tun? Wie kannst du deinen Tag freudvoller gestalten? Wem könntet du Freude machen?

WERT-SCHÄTZUNG: Was schätzt du? Wofür bist du dankbar? Wer verhält sich dir auf eine Art und Weise, die du schätzt?

SINN: Was macht Sinn? Welche Gedanken, welche Handlungen deinerseits sind sinnvoll? Welche leeren den Sinn?

ERHOLUNG: Auf welche Art und Weise kannst du dich so gut wie möglich erholen? Welche Gedanken, welche Beschäftigungen tun dir gut und lassen dich erholen? Wann beschäftigst du dich gedanklich womit
und wie lange?
Brauchst du etwas anderes? Versuche es in Worte zu fassen, schreib es auf und suche: Was kannst du tun, damit du bekommst, was du brauchst!

 

ACHTSAM TAG FÜR TAG

Wichtig ist die Faktensammlung am Anfang!

 

Sammle morgens alle deine Aufgaben – am besten schriftlich!

Kommt im Laufe des Tages noch anderes dazu, notiere es auch.

Frag dich nach deinen MUST DO – CAN DO – NICE TO DO

 

  • Was musst du HEUTE tun? Markiere die Aufgaben
  • Was könntest du heute tun?
  • Was wäre nett zu machen?

 

Frag dich jeden Tag aufs Neue! Priorisiere täglich neu!

Hast du alles geschafft, was ein MUST DO war?

Dann kannst du zufrieden nach Hause gehen!

Das Wichtigste ist getan! Ist abgehakt!

Du hast das Beste gegeben, was du geben konntest!

War sogar noch Zeit für eines oder mehrere kleine CAN DOs? Wie fein ist das!

 

WERTSCHÄTZUNG AM ENDE DER WOCHE

Am Ende der Woche schau zurück und sammle ganz bewusst:

  • Was ist gelungen? Was war gut? Womit bist du zufrieden?

    Das können harte Fakten sein, Zahlen, Daten
    oder „weiche“ Feinheiten: Wie ein gelöster Konflikt, angenehme, inspirierende Gespräche mit KollegInnen, Unterstützungen aus einem anderen Team, …

  • Was ist nicht gelungen oder offen geblieben? Was möchtest du verbessern oder verändern?

 

Notiere das alles schriftlich. Für Dich!

Es ist eine Form der Wertschätzung und Selbstwertschätzung.
Wie hart und anstrengend der Weg auch immer ist: Du hast es geschafft! Du hast es nicht nur geschafft, du hast dabei viel Positives erfahren.

Du bestimmst, wie es weitergeht: 

Es geht nicht um Perfektion! Es geht darum, das Beste aus den Situationen zu machen, daraus zu lernen und sich das Leben nach und nach und immer wieder so schön als möglich zu machen!

 

Ich kann mir vorstellen, dass dieser Artikel in dir Gedanken, Meinungen, Erfahrungen auslöst. Wie geht es dir mit dem Thema?

Schreib mir doch in die Kommentare-Box! Ich freue mich darauf, von dir zu lesen!

Herzlichst,
Irmgard